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Was früher ein Garant für komische Blicke von Bekannten war, ist heute fast schon allgemein gesellschaftsfähig, der Kickertisch zuhause. Wie bei jeder Sportart, ist es unumgänglich, dass Bewegungsabläufe trainiert werden müssen, wenn man gezielt besser werden will. Dabei musst Du dir nicht komisch vorkommen, wenn Du alleine am Tisch stehst. Wir haben einfach nur noch keine Maschine, welche uns mit Bällen beschießt wie beim Tennis zum Beispiel. ;-)
Diese Hilfe hier wird Dich ein wenig begleiten und Dir für die im Guide angesprochen Themen eine Trainingshilfe an die Hand geben. Um ein Beispiel zu geben: nicht jeder, welcher Muskelaufbau von Bizeps und Trizeps erklärt bekommt, hat damit automatisch einen passenden Trainingsplan im Kopf. Wir werden Dir jetzt einen Standard Trainingsplan mit auf den Weg geben und wie auch bei einem Fitnesstraining führen viele Wege nach Rom. Es gibt keinen "einzig Richtigen", aber mit diesem Weg hier kommst Du auf jeden Fall ans Ziel. ;-) *nein es gibt kein Geld zurück*
Einen persönlichen Rat vom Autor vorweg: trainiere nicht zuviel alleine und trainiere so oft es geht gegen andere Spieler, am besten stärkere. Und suche so oft es geht den Wettkampf am besten in einer Liga and dannach fahre zu jedem Turnier was du dir leisten kannst! Es hilft Dir nicht, wenn Du einen Schuss im Solotraining 10 von 10 Bällen perfekt ins Tor rammst (Was man aber durchaus können sollte!), wenn es im richtigen Spiel nicht klappt. Die nötige "Spielruhe" kommt nur mit der Zeit und der Erfahrung gegen andere Spieler, am besten ist der direkte Wettkampf geeignet.
Ok, Du stehst nun also am Tisch und willst wissen, was zuerst trainiert werden soll und wie?
Die Variante X von 10 Bällen ist sehr beliebt, leicht zu verstehen und gut zu veranschaulichen.
Beim Einwurf gibt es keine Fehlertoleranz. 10 von 10 Bällen müssen (MÜSSEN) auf Deiner 5er landen. Sicher und zügig. Der Ball soll nicht einfach nur zu Deiner Seite hoppeln. Er soll auf der Figur landen, auf welcher Du ihn sehen willst und wir empfehlen immer die zweite Figur von unten zu nehmen.
Übe den Einwurf in 10er Sätzen. So blöd das klingt, aber es macht echt Sinn, mal von Zeit zu Zeit einfach mal wieder 3-4 Sätze seinen Einwurf zu festigen. Wenn Du öfter 7von10, 8von10, 9von10 Sätze dabei hast, dann bist Du beim Einwurf noch nicht sicher genug. Wenn Du immer 10von10 hast und alle Jubeljahre mal ein 9von10 dabei ist, dann ist das schon gut.
Erschwere das Training dann: mache z.B. 50 Liegestütze vor Deinen Sätzen (oder so viele Du schaffst, höhö *danke*). Warum? Weil Deine Arme dann verstärkt mit Blut durchpumpt werden. Was meist ein leichtes Zittern zur Folge hat. Und glaube uns, ZITTERN wirst Du, wenn Du beim 4zu4 im 5ten Satz den Einwurf im Finale hast. ;-)
Ok, die Liegestützen sind ein eher halbernst gemeinter Tipp für die Turnierambitionierten; aber nichtsdestotrotz ein passabler Turniersimulator.
Um das Stellungsspiel zu trainieren bietet es sich an, mit einem Gegner zu Trainieren. Hierbei kannst Du genauso in 10er Sätzen arbeiten. Du musst Deine Figuren instinktiv richtig bewegen - und das die ganze Zeit über. Lasse Deinen Gegner in der Abwehr den Ball zufällig hin und her spielen. Dein Gegner soll irgendwann den Ball stoppen und "Stopp" sagen. Sobald er stopp sagt, bewegst Du Dich auch nicht mehr. Prüfe nun, ob Du richtig gestanden hast. (Ob du richtig stehts oder nicht, sagt dir ob das licht.. ähmm sorry der guide hier: Das Stellungsspiel)
Hierbei gilt die gleiche Fehlertoleranz wie beim Einwurf. Wenn Du hierbei auch eine 10von10 Quote hast, kannst Du es ebenso mit Liegestützen oder Ähnlichem verschärfen. Normal stellt sich beim 4zu4 im 5ten Satz generell ein leichtes Zittern ein. ;-)
Dein Sparringspartner kann das Ganze auch in der Mittelreihe machen.
Arbeite auch beim Rauspiel in 10er Sätzen. Allerdings ist die Fehlertoleranz bei offensiven Dingen etwas lockerer. Generell kann man es in etwa die folgenden Schubladen packen:
Suche Dir eine Position für Dein Rauspiel aus. (Wir empfehlen die untere Position "neben" dem Tor hier zu sehen: Das Herausspielen .
Fange an, die 4 Möglichkeiten (obere lange Bande, geschlenzter/gedrückter Torschuss ins lange Eck, geschlenzter/gedrückter Pass auf die untere 3er Puppe, untere kurze Bande) einzeln in 10er Sätzen zu üben.
Sobald Du alle 4 Schüsse im 5-6von10 Bereich hast und sich 7-8von10 ab und zu mal Blicken lässt, fange an, die Schüsse durchzumixen. Im Spiel wirst Du kaum eine Variante allzu oft hintereinander spielen können. Wir gewöhnen also Dein Kleinhirn schon mal daran, Dir auch ohne Warmschiessen den richtigen Bewegungsablauf zu liefern.
Trainiere nur im 0-2von10 Stadium langsam, um den Bewegungsablauf hinzubekommen. Ab 3-4 und 5-6 solltest Du anfangen, die Schüsse so schnell und hart wie möglich zu schiessen. Hast du dann wieder im 0-2von10 dann nehm ein wenig Speed raus und führe die Aktion wieder genauer aus.
Wie beim Pokern (ich meine nicht das Onlinepokern, welches man auch in der Unterhose vom Sofa aus machen kann, sondern jenes Pokern, bei welchem man sich gegenübersitzt und das besser als mit etwas mehr als einem Schlüpfer..) so ist auch Tischfußball ein kleines Psychospiel. Auch beim Tischfußball gibt es "Zeichen", die es einem Genger erlauben - zu sehen was als nächstes kommt!
Trainiere also jeden Schuss aus der gleichen Ausgangsposition für Deine Puppe. Achte darauf, dass Du bei jedem Schuss die gleiche Handhaltung und nach Möglichkeit auch gleiche Körperhaltung hast. Körpersprache wird generell nur unterbewusst wahrgenommen. Du hast es sicher ab und zu mal, dass Du bei einem Gegner, gegen welchen Du oft spielst, zu 100% weißt, welcher Schuss kommt - und dass Du Recht hast.
Es kann eine zusammengepresste Lippe, ein abgespreizter Finger, ein leichtes Vorbeugen oder sonst was gewesen sein, was Deinem Unterbewusstsein verraten hat, was kommt. Leider funktioniert das Ganze in beide Richtungen. Sowohl das Empfangen, als auch das Senden dieser Zeichen ist unterbewusst.
Solltest Du es öfter haben, dass jemand Deine Schüsse oder Pässe "spürt", obwohl Deine Aktionen hart und sicher kommen, dann lasse Dich mal von jemandem gezielt auf solche Zeichen beim Spiel beobachten. Einige Amis empfehlen sogar, dass man sich selber auf Video aufnehmen soll. So geht?s natürlich auch.
Soderle, nun weißt Du, dass es Sinn macht, in 10er Sätzen zu trainieren, um die Sicherheit eines Schusses abzuschätzen. Aber wie viele Sätze sollst Du nun machen, hm? Unser Gehirn steht auf Wiederholungen. Ganz besonders in der Anfangsphase eines Lernprozesses. Später reichen meist kleinere Wiederholungen, um eine Sache "frisch" zu halten.
Stelle Dir Lernprozesse wie eine Gravur vor. Arbeite besonders am Anfang sorgfältig und sauber und ziehe die Gravur immer wieder nach. Je besser Du am Anfang arbeitest, desto seltener wirst Du später den Staub aus der Gravur entfernen müssen, damit es gut "lesbar" bleibt. Ja, diese Metapher ist etwas abgehoben, aber durchaus treffend.
Um bei Metaphern zu bleiben: wenn Du einen neuen Schuss lernen willst, dann "verkuppel" Dein Kleinhirn mit dem Schuss. Lass die beiden Zeit miteinander verbringen. Steck ihnen Geld in die Tasche und schicke Sie ins Kino. Und erzähle ihnen in Einzelgesprächen, wie toll der jeweils andere ist. Mit der Kleinhirn, das ist Rechtslang. Rechtslang, das ist Kleinhirn. So Kleinhirn, Rechtslang wird jetzt bei Dir wohnen!? Radikalmethode klappt es nicht.
Um abzuschätzen, ob Du einen Schuss kannst oder nicht, bzw. wie gut Du ihn kannst - mach einfach 5x 10er Sätze mit dem Schuss und schau auf das Ergebnis. Und die Interpretation dieses Ergebnisses und die Schlussfolgerung, wie Dein höchstpersönlicher Trainingsplan dann aussieht, überlassen wir dann einfach Deinem GROSShirn. *rundumgrins*
Wenn Du dir einen Trainingsplan zusammenstellst, dann plane 1-2x 10er Sätze zum Auffrischen ein. 3-5x zum Vertiefen/Trainieren. Und alles +5x 10er Sätze zählt zum ehrgeizigen Trainieren. Aber Geduld ist besser. Trainiere nicht 5 Schüsse in einer Woche und hämmere jeden Schuss einen ganzen Tag lang ein. Nimm lieber 1-2 Schüsse und graviere Sie sorgfältig ein.